Expert Seminar:
2012-05-03 20:48
Am 28. März 2012 veranstalteten Egmont – the Royal Institute for International Relations und die Development Group ein Expertenseminar zum Thema „Energiewende 2050 – Eine vielfältige Herausforderung für Europa. Ausgewählte Experten diskutierten, welche Rolle die erneuerbaren, kohlenstoffarmen sowie die fossilen Energieträger zukünftig einnehmen werden. Zudem wurde thematisiert, welche Technologien für eine CO2-arme Energieversorgung benötigt werden und welche Rahmenbedingungen ein positives Innovationsklima schaffen.
Aufbauend auf den Ergebnissen des Expertenseminars findet eine hochkarätige internationale Energiekonferenz statt, um die Kernthesen des Seminars sowie weiterführende Aspekte mit einer breiteren Öffentlichkeit zu diskutieren und so einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende zu leisten.
Das Programm zum Expertenseminar finden Sie hier. In Kürze werden wir auch eine Zusammenfassung des Seminars veröffentlichen.
Das Seminar wurde unterstützt von:
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Zudem bedanken wir uns herzlich bei allen Referenten und Teilnehmern des Seminars.
Rückblick: 2. Deutsch-Norwegische Energiekonferenz, 29.09.11, Oslo „Challenges towards a Sustainable Energy Security“
2012-04-13 09:34
Norwegen ist einer der größten Energielieferanten Deutschlands und damit ein strategisch wichtiger Partner. Nicht zuletzt deshalb pflegen beide Staaten seit vielen Jahren intensive Wirtschaftsbeziehungen. Doch die Energiewende stellt zahlreiche neue Anforderungen. Um diese zu diskutieren, luden die D Group und die AHK Norwegen am 29. September 2011 zur 2. Deutsch-Norwegischen Energiekonferenz nach Oslo ein. Das Fazit: Europa besitzt die notwendigen Ressourcen und die Technologie, um diese verantwortungsvoll zu nutzen. Die größte Herausforderung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Energiesicherheit sind allerdings verlässliche und europaweit einheitliche Rahmenbedingungen, unter denen sich der Energiemarkt wieder stabilisieren kann.
Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Botschaft in Oslo diskutierten mehr als 80 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft die Erfordernisse einer nachhaltigen Energiesicherheit. Im Zentrum der Debatte standen natürlich die dramatischen Veränderungen, die seit der Erstauflage der Konferenz im Dezember 2010 stattgefunden haben. Angesichts der politisch unsicheren Lage in Nordafrika und dem Nahen Osten, der Katastrophe in Fukushima, dem schnellen Atomausstieg Deutschlands, aber auch der sinkenden gesellschaftlichen Akzeptanz von Kernenergie in anderen Staaten Europas, wird die Bedeutung Nordeuropas – vor allem Norwegens – als zuverlässiger Energieversorger Europas weiter wachsen.
Exploration
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es notwendig, kontinuierlich neue Öl- und Gasquellen zu suchen und zu nutzen. Da sich die Unternehmen dafür weiter nördlich und in unerforschte Gebiete bewegen müssen, ist dies mit neuen technischen und finanziellen Herausforderungen verbunden. Welche es im Detail sind und wie sie gemeistert werden können, stellte unter anderem Bernd Schrimpf, Managing Director von Wintershall Norge dar. Wintershall investiert derzeit etwa die Hälfte seines weltweiten Explorationsbudgets in Norwegen. Hürden, die auch Hans-Joachim Polk (RWE Dea) bestätigen konnte, sind beispielsweise die Gewinnung von qualifizierten Arbeitskräften, die langfristigen Lieferverträge für Gas sowie eine fehlende europäische Energiestrategie. In Richtung Brüssel bemerkte Knut H. Nygård (Statoil), dass immer noch nicht eindeutig klar ist, ob Erdgas als Teil des Problems oder Teil der Lösung gesehen wird.
Infrastruktur
Ein europäischer, funktionierender Markt ist auch für Investitionen in die Infrastruktur unerlässlich. Über den Stand und die Pläne bei den Deutsch-Norwegischen Pipelines informierte Thorbjørn Svendsen, Director Infrastructure Development bei Gassco. Mike Diekmann (VNG – Verbundnetz Gas AG) und Daniel Muthmann (E.ON Ruhrgas) betonten dagegen, dass das prognostizierte „Golden Age of Gas“ kein Selbstläufer sein wird und es vielmehr darauf ankäme, dass Produzent und Importeur ihre Ressourcen auf eine Stabilisierung der Erdgasnachfrage lenken. Aufgabe der Politik ist es dabei, europaweit synchronisierte Rahmenbedingen zu schaffen, damit Erdgas dem ihm zugedachten Beitrag zur Energiewende und einer CO2-armen Energieversorgung tatsächlich leisten kann. Dabei zeigten die Referenten eine Vielzahl von modernen Anwendungsmöglichkeiten für Erdgas auf.
Energiemix
Einar Westre vom Industrieverband Energi Norge verdeutlichte mit Blick auf Europa, dass auf dem Weg zu einem einheitlichen politischen Rahmen, der faire Bedingungen für alle Beteiligten bietet, noch viel Arbeit geleistet werden muss. Dass die Industrie über technische Lösungen für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung verfügt, stellte Per Otto Dyb von Siemens dar. Doch der Wandel zu einem intelligenten Netz kann nicht allein von der Industrie bewältigt werden. Dass die Wissenschaft ihren Beitrag dazu leistet und den Netzwerkgedanken lebt, stellte Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Beck, Vorsitzender des Energieforschungszentrums Niedersachsen dar. Das Institut arbeitet mit Partnern aus den Niederlanden, Norwegen und Schottland an einer gemeinsamen Initiative für eine European North Sea Energy Alliance.
Ausblick
In den Diskussionen während der Konferenz sowie beim abschließenden Empfang in der Residenz des Deutschen Botschafters Detlev Rünger hat sich herauskristallisiert, dass verlässliche politische Rahmenbedingungen bei der Exploration für eine nachhaltige Energiesicherheit unverzichtbar sind. Die 3. Deutsch-Norwegische Energiekonferenz 2012 wird darauf noch stärkeres Gewicht legen, um den Austausch zwischen Entscheidern aus Politik, Industrie und Wissenschaft weiter zu intensivieren und sich als wichtige Plattform des norwegischen und deutschen Energiesektors zu etablieren.
Wir bedanken uns bei allen Referenten, Teilnehmern und natürlich unseren Sponsoren: